Grandioses Frühlingskonzert mit Gänsehautmomenten

                                   

Voluminöse Klänge, perfekte Interpretationen, Gänsehautmomente und eine barocke Kulisse, das bot das Stammorchester des Musikvereins Kassel mit seinem Dirigenten Paul Momberger am vergangenen Samstag beim Frühlingskonzert in der wunderschönen Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk. Die 42 Musiker hatten kaum Platz im Altarraum und füllten diesen bis auf den letzten Winkel aus.
Zahlreiche Zuhörer sind der Einladung zum Konzert gefolgt und die Kirche war gut gefüllt.
Der Musikverein hatte sich entschlossen, keinen Eintritt zu nehmen und stattdessen Spenden für die Niemann-Pick-Selbsthilfe Gruppe zu sammeln. Matthias und Pia Appel, deren Sohn Max an der seltenen Krankheit leidet, waren sichtlich erfreut über diese Aktion. Damit wird ermöglichst, dass die Forschungsarbeit finanziell weiter unterstützt werden kann.
Die Entscheidung das Konzert in der Kirche zu veranstalten, entpuppte sich als Glückstreffer.
Die Musikauswahl war perfekt auf die Kulisse und den Klangkörper der Pfarrkirche abgestimmt.

Mit dem spritzigen Eröffnungswerk „A little Opening“ von Thiemo Kraas wurde der Kirchenraum mit triumphierenden Klängen erfüllt.  Wie auf Knopfdruck waren alle Musiker voll da und präsentierten hochkonzentriert mit ihrem Dirigenten Paul Momberger die rhythmischen Passagen.
Mit dem Stück „Dawn of a new day“, dass die Morgendämmerung samt folgendem Alltagstreiben beschreibt, ging es weiter. Schmetternde Trompeten, liebliche Flöten und präzise Percussion vermittelten die oft sehnsüchtige Stimmung nebst hektischem Treiben, das vom Orchester perfekt intoniert wurde.
Mit dem Stück „Dawn of a new day“, dass die Morgendämmerung samt folgendem Alltagstreiben beschreibt, ging es weiter. Schmetternde Trompeten, liebliche Flöten und präzise Percussion vermittelten die oft sehnsüchtige Stimmung nebst hektischem Treiben, das vom Orchester perfekt intoniert wurde.
Feierlich und mit Melodien voller Eleganz begann das nächste Stück mit Richard Wagners Komposition Elsas Prozession zur Kathedrale aus der Oper Lohengrin. Melodiöse Klänge des Hohen Holzes, einfühlsam und prägnant dargeboten, läuteten den Brautzug ein, bevor es im Grandioso mit imposanten Posaunen- und Paukenklängen zu einem Fulminaten Höhepunkt führte. Paul Momberger forderte vom Orchester im Schlussteil alles ein und der Klang in der Kirche rückte dies noch in den richtigen Rahmen und hinterließ bei den Zuhörern einen bleibenden Eindruck.

Moderator Christoph Schraub verstand es wieder vortrefflich, durch das Programm zu führen.
Er stimmte das Publikum mit seiner Ansage auf die „Alpina Saga“ von Thomas Doss, auf eine Bergwanderung voll Pracht und Gefahren, ein.
Die Musiker nahmen ihre Zuhörer mit in die Bergwelt. Mystische Klänge, harmonische Klangvielfalt und rhythmische Passagen wechselten sich rasant ab. Der Gesang aus dem Orchester und die Akzente, die die einzelnen Register dabei setzten, verliehen dem Stück ein außerordentliches Feuerwerk an Musikalität.

Mit dem „March to Mars“ einem spritzigen, brillantem Marsch, wurde dem Zuhörer einfach Freude beim Spielen vermittelt. Er nahm die Zuhörer mit auf dem Mars und verzauberte mit sphärischen Klängen.  Der Mars ist hier, so Christoph Schraub, in der Kasseler Kirche, wo wir dem Himmel so nah sind, gar nicht weit weg.

Mit dem nächsten Stück „Die Hexe und die Heilige“ ließ sich Steven Reineke durch das Buch von Ulrike Schweikert zur gleichnamigen Komposition inspirieren. Die Geschichte erzählt von einem dunklen Kapitel des Mittelalters: den Hexenverfolgungen. Während die tugendhafte Helena ins Kloster geht, wird ihre eigenwillige Zwillingsschwester Sibylla Hebamme. Diese Geschichte wurde mit viel Dynamik, orchestraler Macht und balladenhafter Melancholie eindrucksvoll von den Musikern dargeboten, dass zu Gänsehautmomenten führte.  Die Röhrenglocken verliehen dem Stück die besondere Dramatik. Die Zuhörer hielten förmlich die Luft an, bis der letzte Ton der Glocke erklang.

Solistisch ging es mit dem romantischen Werk „Memory“ weiter. Christoph Kildau brillierte hier mit einem gefühlvoll vorgetragenen Euphonium-Solo und zog zweifellos das Publikum in seinen Bann und erntete begeisterten Applaus. Mit dem Medley „ABBA in Concert“ wurden die bekannten Melodien, wie u. a. S.O.S. oder Money, Money, Money gekonnt dargeboten.
Hierbei spielten Anita Kleinfelder gefühlvoll „I have a Dream“ am Saxofon und Hans-Peter Elsesser bei „Thank you for the Music“ am Flügelhorn die Solopassagen, bevor das Orchester mit viel musikalischem Ausdruck den Schlussakkord einläutete.

Vorsitzender Michael Werth bedankte sich besonders bei Pfarrer Karl Peter Aul für die Bereitstellung der Pfarrkirche als Konzertsaal. Auch dankte er den Küstern, die mit Rat und Tat bei der Vorbereitung zur Seite gestanden haben. Dank ging auch an den Moderator Christoph Schraub, der es wieder exzellent verstand, informativ und charmant durch den Konzertabend zu führen. Ein besonderer Dank galt selbstverständlich dem Dirigenten Paul Momberger, der es immer wieder versteht, die Musiker in seinen Bann zu ziehen und mit seiner exakten Probearbeit die Musiker zu Höchstleistungen zu bringen.

Doch ohne Zugabe konnte dieses exzellente Konzert nicht zu Ende gehen. Mit dem Choral „Jesus bleibet meine Freude“, der zu den meistarrangierten Bachstücken gehört, beschloss das Orchester sehr gefühlvoll und getragen einen äußert eindrucksvollen Konzertabend.
Im Anschluss an das Konzert konnten sich die Konzertbesucher und Musiker zum netten Beisammensein mit Getränken und Snacks im Bürgertreff austauschen und den Abend nochmal Revue passieren lassen.